Energie-Lexikon

Die Ablesung der Strom- und Gas- und Wasserzähler erfolgt regelmäßig im Auftrag des Netzbetreibers. Die Erhebung wird entweder von einem Ableser oder vom Kunden per Selbstablesekarte/ Onlineübermittlung durchgeführt.

Die exakte Angabe der Zählerstände ist die Grundlage für die korrekte Erstellung der Jahresverbrauchsabrechnung.

Liegt der Zählerstand bis zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung nicht vor, wird der Verbrauch geschätzt und kann dann über oder unter dem tatsächlichen Wert liegen.

Eine Korrektur der Schätzung per Nachmeldung des Zählerstands kann auf Anfrage jederzeit vorgenommen werden.

Bei jedem Verbrennungsprozess von Kohlenwasserstoffen (wie Erdgas, Erdöl, Kohle, Holz) entsteht Wasserdampf durch die Verbindung von Sauerstoff aus der Verbrennungsluft und Wasserstoff aus dem Brennstoff. Die im Wasserdampf enthaltene Energie entweicht bei gängiger Technik über die heißen Abgase durch den Kamin. Eine moderne Brennwertheizung nutzt, anders als herkömmliche Heizungen, auch die Wärme, die in den Abgasen steckt (Brennwert). Das spart Energie und Kosten und verursacht weniger Schadstoff-Emissionen. Brennwertheizungen entsprechen dem heute neuesten Stand der Heiztechnik bei der Verbrennung von Gas, Öl oder Holzpellets.

Contracting (deutsch = Vertrag schließend) bedeutet die Auslagerung von Energieerzeugung oder Energiesparmaßnahmen an einen Dritten. Beim Anlagen-Contracting übernimmt der Contracting-Anbieter Installation, Wartung und Reparaturen und somit auch sämtliche Anschaffungs- und Folgekosten z. B. einer neuen Heizungsanlage. Er trägt das wirtschaftliche Risiko, während der Auftraggeber (Contracting-Nehmer) keine eigenen Investitionen vornimmt, sondern fixe monatliche Contracting-Raten zahlt, die während der gesamten Vertragslaufzeit die Versorgungssicherheit bei voller Garantie abdecken.

Unter dezentraler Energieversorgung versteht man die Energiebereitstellung durch die Erzeugung von Strom und Wärme kleinerer Anlagen in Verbrauchernähe. Anlagen zur dezentralen Stromversorgung können durch öffentliche und private Unternehmen aber auch von Privathaushalten betrieben werden. Dabei kommen viele kleine Anlagen zum Einsatz, z. B. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Windräder, Photovoltaik- oder Biomasseanlagen. Die dezentralen Erzeugungsanlagen können sich mittels Energiemanagement auch zu einem virtuellen Kraftwerk vernetzen.

Seit März 2000 wird der Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne, Wind, Wasserkraft und Biomasse in der Bundesrepublik gefördert. Grundlage dieser Förderung ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und die EEG Umlage. Aus dieser Umlage erhalten Betreiber von Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien produzieren und den Strom ins Stromnetz einspeisen, eine festgelegte Vergütung. Diese Vergütung ist jedoch erheblich höher, als der Erlös, den die Netzbetreiber durch den Verkauf des Stroms an der Strombörse erzielen. Die Differenz wird über die EEG Umlage ausgeglichen, die alle Stromkunden zusätzlich zum Stromtarif bezahlen müssen.

Fernwärme ist die Bezeichnung für eine Wärmelieferung zur Versorgung von Wohn-, Gewerbe- und Industriegebäuden mit Heizung und Warmwasser aber auch für Poduktionsprozesse. Sie kann mit jeder Art von Brennstoff hergestellt werden und entsteht hauptsächlich durch Kraft-Wärme-Kopplung, also der gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme. Der Transport der thermischen Energie erfolgt in einem wärmegedämmten Rohrsystem, das überwiegend unter der Erde verlegt wird.

Die Grundversorgung ist die Energielieferung durch den Grundversorger an Haushaltskunden in der Niederspannung (Strom) bzw. im Niederdruck (Gas). Jeder Haushaltskunde hat einen Anspruch auf eine Grundversorgung. Durch den Verbrauch von Energie, z. B. durch Betätigung des Lichtschalters beim Einzug, kommt automatisch der Energieliefervertrag mit dem Grundversorger zustande. Dieser Grundversorgungs-vertrag kann mit einer Frist von 14 Tagen gekündigt werden. Der Grundversorger ist das Energie-versorgungsunternehmen, das in einem Netzgebiet die meisten Haushaltskunden mit Strom und/oder Gas beliefert. Dieses wird alle 3 Jahre durch den Netzbetreiber anhand der tatsächlichen Kundenzahl festgestellt.

Erdgas ist ein Naturprodukt und hat je nach Lagervorkommen einen unterschiedlichen Energiegehalt: Erdgas aus den Niederlanden wird als L-Gas (L steht für „low“ und kennzeichnet einen niedrigeren Energiegehalt) und Erdgas aus Norwegen oder Russland als H-Gas bezeichnet (H steht für „high“, also energiereicheres Erdgas). Bereits seit 2015 läuft die sogenannte Marktraumumstellung der gesamtdeutschen Erdgasversorgung von L-Gas auf H-Gas. Sie betrifft den nord- und westdeutschen Raum, der ab Mitte der 1960er Jahre mit Erdgas aus den Niederlanden versorgt worden ist. Auch im Rheinland wird zwischen 2020 und 2029 schrittweise vom immer knapper werdenden L-Gas auf das zukunftssichere H-Gas umgestellt.

Immissionen sind auf Menschen, Tiere, Pflanzen oder Sachen einwirkende Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlung und ähnliche Umwelteinwirkungen. Jede Immission ist die Folge einer Emission, d.h. dem Ausstoß von gasförmigen oder festen Stoffen, die Luft, Boden oder Wasser verunreinigen. Ziel des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImschG) mit seinen Verordnungen ist, diese Einwirkungen so gering wie möglich zu halten.

Energiekunden zahlen regelmäßig einen bestimmten Abschlag an ihren Versorger. Die Jahresabrechnung weist die Differenz zwischen den bereits gezahlten Beträgen und dem tatsächlichen Verbrauch aus, der per Zählerablesung einmal jährlich ermittelt wird. Diese Differenz muss anschließend entweder von Versorger- oder von Kundenseite ausgeglichen werden. Liegt der Zählerstand bis zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung nicht vor, wird der Verbrauch geschätzt und kann dann auch über oder unter dem tatsächlichen Wert liegen. Eine Korrektur des Rechnungsbetrages aufgrund einer Nachmeldung der Zählerstände ist grundsätzlich möglich.

Als Kraft-Wärme-Kopplung bezeichnet man die Erzeugung von Strom und Wärme in einer Anlage. So erzeugen Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) Strom und nutzen gleichzeitig die Abwärme der Turbinen oder Motoren als Fernwärme. Dadurch werden im Vergleich zu herkömmlichen Technologien die Emissionen von Kohlendioxid und anderen Schadstoffen wie Schwefeldioxid und Stickoxiden um bis zu 40 Prozent reduziert. Der Nutzungsgrad der dabei eingesetzten Brennstoffe ist also um ein Vielfaches höher als bei konventioneller Stromerzeugung.

Der Leistungspreis (auch Grundpreis genannt) umfasst die fixen Kosten eines Stromversorgers, also die entstehenden Entgelte für die permanente Betriebsbereitschaft. Unter anderem sind im Leistungspreis die Gebühren für den Betrieb und die Aufrechterhaltung von Umspannwerken, Verteilernetzen und für das Elektrizitätswerk enthalten. Der Leistungspreis wird auch dann in voller Höhe fällig, wenn vom Abnehmer keine Entnahme aus dem Netz erfolgt ist, da die Leistung seitens des Versorgers durch die Bereitstellung erbracht worden ist.

Der Stromverbrauch einer Verbrauchsstelle in einem Privathaushalt oder Unternehmen wird über einen Stromzähler, der sogenannten Messstelle, ermittelt. Zum Messstellenbetrieb zählen Einbau, Bereitstellung und Wartung der Messstelle, aber auch die Messung, die die Ablesung und den Transfer der Ablesedaten beinhaltet. Diese Leistungen werden vom Messstellenbetreiber erbracht. Für den Aufbau und den Betrieb der Messstelle (Strom- oder Gaszähler) erhält dieser ein Entgelt – die Messstellengebühr. Je nach Vereinbarung bzw. Vertragssituation wird diese Gebühr entweder zwischen dem Betreiber und dem Kunden (der Verbrauchs- bzw. Messstelle) oder über die Abrechnung des Energielieferanten mit der Verbrauchsstelle abgerechnet.

Ein Netzbetreiber ist für den sicheren und zuverlässigen Betrieb des jeweiligen Übertragungs- oder Verteilungsnetzes verantwortlich. Vor der Liberalisierung (29. April 1998) war eine Unterscheidung zwischen Netzbetreiber und Stromversorger nicht möglich, da der Netzbetreiber auch die Stromversorgung übernahm. Nach der Liberalisierung sind die Netzbetreiber nicht gleichzeitig auch Stromlieferanten. Jeder Haushalt kann Strom von einem Anbieter seiner Wahl beziehen, vorausgesetzt, dieser hat mit dem Netzbetreiber die Durchleitung geregelt.

Unter Offshore (engl. vor der Küste) versteht man im Energiesektor die Öl- und Erdgaserschließung und -förderung im Meer. Die Bohrungen finden mit Hilfe von auf dem Meeresboden stehenden Bohrinseln oder mit schwimmenden Plattformen statt. Für die Erdgasversorgung Westeuropas sind vor allem die Offshore-Vorkommen in der britischen, norwegischen, niederländischen und dänischen Nordsee von Bedeutung. Offshore-Windparks sind Windkraftanlagen, die sich vor der Küste im Meer befinden.

Photovoltaik ist ein Sammelbegriff für alle Verfahren, die Sonnenlicht direkt in elektrische Energie umwandeln. Treffen elektromagnetische Strahlen der Sonne (Photonen) auf eine photovoltaische Zelle, die sogenannte Solarzelle, bringt die Strahlung dort Elektronen in Bewegung. Photovoltaik wird auf der ganzen Welt eingesetzt, um elektrische Energie in Form von Solarstrom zu gewinnen. Anlagen mit Solarzellen können auf Gebäuden oder im Freiland aufgestellt werden. Auch Geräte wie z. B. moderne Taschenrechner funktionieren oft mittels kleiner Solarzellen.

In einem elektrischen Energieversorgungssystem müssen Erzeugung und Verbrauch elektrischer Energie grundsätzlich ausgeglichen sein, da sich Energie nur sehr geringfügig speichern lässt. Die Regel- bzw. Ausgleichsenergie gleicht die Differenzen zwischen der Einspeisung von Strom und der tatsächlichen Stromentnahme durch die Kunden (sog. Fahrplanabweichungen) aus. Dies regelt als Netzbetreiber jedes der vier deutschen Verbundunternehmen (E.ON, RWE, EnBW, Vattenfall) in seiner Regelzone durch kurzfristiges Zu- bzw. Abschalten von Kraftwerkskapazitäten.

Als Smart Meter bezeichnet man intelligente Strom- und Gaszähler, die es dem Energieversorger oder einem beauftragten Dienstleister ermöglichen, über eingebaute Zusatzfunktionen die erfassten Zählerstände aus der Ferne auszulesen. Mit Smart Metern lassen sich variable Leistungsentgelte erheben, die abhängig von der Gesamtnachfrage und Netzauslastung sind. Darüber hinaus bieten sie Kunden die Möglichkeit, den Energieverbrauch selber detailliert abzulesen und Energieeinsparungen, z. B. am eigenen PC, zeitnah verfolgen zu können.

Thermografie ist ein bildgebendes Verfahren mit Infrarottechnik, um energetische Schwachstellen von Gebäudehüllen und technischen Einrichtungen sichtbar zu machen. Dabei wird mit einer Wärmebildkamera ein genaues Bild des zu untersuchenden Objektes angefertigt, das über eine entsprechende Farbverteilung die bestehenden Wärmequellen und deren Intensität abbildet. Anhand der Thermografie-Auswertung können gezielte Sanierungsmaßnahmen zur Dämmung durchgeführt und so die Energiekosten nachhaltig gesenkt werden. Um ein möglichst optimales Ergebnis zu erlangen, sollten die Aufnahmen in der kalten Jahreszeit gemacht werden.

Der Umrechnungsfaktor dient der Umrechnung des Gasverbrauchs von Kubikmetern (m3) in Kilowattstunden (kWh). Erdgas ist ein Naturprodukt, weshalb die Zusammensetzung und auch sein Brennwert (Wärmeinhalt) nicht immer gleich sind. Zudem ist der Brennwert von Erdgas, wie bei allen Brenngasen, von seinen Umgebungsbedingungen abhängig. Ein geeichter Gaszähler erfasst die Kubikmeter des gelieferten Gases. Damit es trotz unterschiedlicher Wärmeinhalte des gemessenen Gases fair zugeht, und alle Kunden gleiche Leistung für gleiches Geld bekommen, gibt es den Umrechnungsfaktor.

Der Verbrauchsausweis gibt Auskunft über die tatsächlich verbrauchte Energiemenge einer Immobilie. Er basiert auf den Energieverbrauchsdaten der letzten drei Jahre. Das Ergebnis ist vom Nutzungsverhalten der Bewohner abhängig. Aussagen zu Modernisierungsmaßnahmen der Gebäudehülle und zur Anlageneffizienz sind auf seiner Grundlage nur bedingt möglich. Immobilienbesitzer, die ihr Haus oder ihre Wohnung vermieten oder verkaufen möchten, sind nach Energieeinsparverordnung (EnEV) verpflichtet, alle 10 Jahre einen gültigen Nachweis des Energieverbrauchs vorzulegen. Je nach Baujahr des Gebäudes bzw. je nach Anzahl der Wohnungen kann ein Verbrauchsausweis anstelle eines Bedarfsausweises für ein Gebäude ausreichen.

Die Wärmepumpe ist eine Anlage, die durch Aufwendung technischer Arbeit thermische Energie aus ihrer Umgebung aufnimmt und als Nutzwärme zur Raumheizung bereitstellt. Die gängigsten Wärmequellen sind Luft, Erdreich und Grundwasser. Eine Wärmepumpe funktioniert entgegen dem Prinzip eines Kühlschranks.

Während dieser seinem Innenraum die Wärme entzieht und nach draußen abgibt, entzieht die Wärmepumpe dem Außenbereich die Wärme und gibt sie als Heizenergie an das Haus ab. Dafür wird nur ein geringer Anteil Strom für den Antrieb und die Pumpe benötigt.

Ein Zweirichtungszähler kann aus dem Netz bezogenen und in das Netz eingespeisten Strom getrennt erfassen. Er ermittelt sowohl die Höhe des bezogenen Stroms vom Anbieter als auch die in das öffentliche Netz eingespeiste Energiemenge. Dies ist notwendig, wenn von einer Photovoltaikanlage Einspeisungen erfolgen und die Einspeisevergütung vom Preis für den bezogenen Strom abweicht. Der Eigenverbrauch aus der Solaranlage ergibt sich aus der Differenz zwischen dem insgesamt erzeugten Strom und dem eingespeisten Strom.

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